Kleines Badezimmer planen und einrichten: Tipps und Ideen

Ein kleines Badezimmer auszustatten, kann eine richtige Herausforderung sein, denn es soll ja trotz der geringen Quadratmeterzahl behaglich, funktionell und stilvoll wirken. Doch keine Sorge: mit etwas Geschick und einer cleveren Planung verwandelt sich jedes noch so kleine Bad in einen Raum mit Charakter und voller Behaglichkeit.

Hinweis: Dieser Beitrag behandelt kleine Badezimmer, die komplett ausgestattet sind, also inklusive Dusche bzw. Badewanne. Sollten Sie sich eher für das Gäste-WC interessieren, finden Sie unseren Ratgeber dazu hier:
Gäste-WC planen und einrichten: Tipps und Ideen

Licht: Ein kleines Badezimmer richtig beleuchten

Warmes Licht vermittelt generell einen eher gemütlichen und wohnlichen Eindruck, während kühlere Lichtfarben sachlicher und unpersönlicher wirken, dafür aber heller sind.

Bei der Auswahl der Leuchtmittel für die Deckenbeleuchtung sollte daher auf die Kelvin-Angabe geachtet werden: Sie liegt bei kühleren Lichtfarben wie Neutral- und Tageslichtweiß zwischen 3300 und bis zu 6000 Kelvin, während warm-weißes Licht eine Kelvin-Anzahl von 2700 bis 3300 vorweist.

Falls möglich, sollte das Bad schon von vornherein mit zwei separaten Schaltkreisen ausgestattet werden. So lassen sich zusätzlich zu dem warm-weißen Licht der Deckenbeleuchtung einzelne Spots zuschalten: beispielsweise neben dem Spiegel oder in der Dusche. Hier dürfen es auch ruhig Leuchtmittel mit einer etwas höheren Kelvin-Anzahl sein. Übrigens schätzen nicht nur Damen eine gute Beleuchtung in der Nähe des Kosmetikspiegels: Für eine präzise Rasur des Mannes ist sie von ebenso hoher Bedeutung.

Und durch mehrere dezente Lichtquellen auf unterschiedlichen Höhen wirken schmale und kleine Badezimmer optisch ebenfalls deutlich größer.

Wände und Böden vorteilhaft gestalten

Je dunkler Wände und Böden sind, umso beengter wirkt auch der Raum. Daher gilt es, auf möglichst helle Farben zurückzugreifen, denn sie sorgen optisch für mehr Weite. Wer das klassische Weiß nicht mag, kann auf sanfte Pastellfarben zurückgreifen. Dies sieht sogar sehr wohnlich aus, denn reines Weiß wirkt schnell klinisch und verströmt dann im schlimmsten Fall eine unpersönliche, sterile Krankenhausatmosphäre, vor allem dann, wenn Wände und Boden komplett in Weiß gehalten sind.

Badezimmereinrichtung mit Keramag-icon XS Waschtischunterschrank

Badezimmer mit hellen Wänden und Elementen von Keramag iCon XS

Zu einem dunkleren Boden sehen weiße Wandfliesen aber elegant aus, zumal mit einzelnen farbigen Bordüren wunderschöne Kontraste und Effekte erzielt werden können. Auch helle Sand- und Grautöne machen sich im Badezimmer sehr gut.

Vorsicht ist jedoch bei knalligen und kräftigen Trendfarben geboten. Sie können den Raum buchstäblich erdrücken und sind oft schon nach kurzer Zeit nicht mehr angesagt. Wenn überhaupt, sollten sie nur sehr sparsam eingesetzt werden: vielleicht an einer Wand oder an zwei gegenüberliegenden Wänden, während die übrigen Wandflächen eine betont schlicht Gestaltung bekommen. Und auch auf einen wilden Farbenmix sollte unbedingt verzichtet werden. Als Faustregel gilt: nie mehr als drei Hauptfarben einsetzen!

Wer trotzdem üppige farbige Akzente setzen will und es am liebsten kunterbunt mag, kann entsprechende Effekte auch mit hübschen Textilien und Accessoires erzielen. Dies hat den Vorteil, dass ein Austausch jederzeit und problemlos möglich ist. Grundsätzlich entsteht jedoch ein besonders schöner Eindruck, wenn der Fußboden etwas dunkler als die Wände ist und die Farben bis auf einige wenige Kontrast-Akzente miteinander harmonieren.

Fliesen: Große Formate strecken den Raum

Für kleine Bäder eignen sich Fliesen mit einem Format von mindestens 30 mal 30 Zentimetern am besten. Sie dürfen auch größer sein, denn je weniger Fugen zu sehen sind, umso harmonischer und ruhiger wirkt der Raum. Für die Wände sind leicht glänzende Fliesen zu empfehlen. Sie sind zwar pflegeintensiver, da auf ihnen jeder Wasserspritzer und Fingerabdruck sichtbar wird, bringen aber durch die Reflexion des Lichts zusätzliche Helligkeit in den Raum.

Eine raumhohe Befliesung ist nur im Duschbereich ein „Muss“, ansonsten reicht eine Befliesung bis auf halbe Wandhöhe aus. Wer im Bad gar keine Wandfliesen mag, entscheidet sich am besten für wasserabweisende mineralische Putze oder alternativ für einen wasserabweisenden Anstrich.

Werden die Bodenfliesen einige Zentimeter die Wand hochgezogen, so dass ein kleiner Sockel entsteht, wirkt die Bodenfläche optisch großzügiger. Rechteckige Fliesen, die längs in Richtung Stirnseite verlegt werden, strecken den Raum ebenfalls. Übrigens: Eine sehr schöne Alternative zu Keramikfliesen ist Naturstein.

Den Boden sauber halten

Eine möglichst freie Bodenfläche lässt auch ein kleines Badezimmer viel weitläufiger wirken. Aus diesem Grund sollten so viele Ausstattungselemente wie möglich wandhängend montiert werden.

Ob Toilette, Regal oder Waschbeckenunterschrank, heute lässt sich quasi die komplette Badeinrichtung hängend befestigen, so dass der Boden frei bleibt und eine optimale Lauffläche entsteht. Das bedeutet aber auch, dass Gegenstände wie Personenwaagen in kleinen Bädern auf dem Boden nichts verloren haben. Und für Badteppiche gilt: Ein größerer Teppich wirkt immer besser als mehrere kleinen Matten.

Der Spiegelschrank, das praktische Multitalent

Ein Spiegelschrank schlägt in einem kleinen Badezimmer gleich zwei Fliegen mit einer Klappe. Zum einen ist er die perfekte Alternative zum klassischen Badezimmerspiegel, der ja in keinem Bad fehlen darf, zum anderen verbergen sich hinter der Spiegelfläche zahlreiche Fächer, Böden und Schubladen, in denen von Schminkutensilien über Pflegeartikel bis zur Zahnbürste alles Platz findet.

Moderner Spiegelschrank Villeroy & Boch My View 14

Ein moderner Spiegelschrank sieht schick aus und bietet viel Stauraum. Hier zu sehen: Spiegelschrank Villeroy & Boch My View 14

Spiegelschränke gibt es inzwischen in vielen verschiedenen Größen, Stilen und Ausführungen. Meist verfügen sie über eine integrierte Beleuchtung und/oder Steckdose. Durch das Öffnen der Spiegeltüren sieht sich der Betrachter zudem aus unterschiedlichen Perspektiven, was das Styling vereinfacht.

Badelemente: von A wie Armatur bis W wie Waschbecken

Waschbecken und Armatur

Für ein sehr kleines Bad sind Waschbecken in den üblichen Standardgrößen oft zu ausladend. Um sie herum geht zudem eine ganze Menge Stauraum verloren. Eine sinnvolle Lösung ist in diesem Fall ein Waschtisch mit einem kleinen Waschbecken.

Ganz wichtig: Das Becken muss flächenbündig in dem Waschtisch integriert sein, damit die Oberfläche optisch größer wirkt und rundherum Abstellfläche entsteht. Auf diese Weise lässt sich viel mehr Platz gewinnen als mit der Montage eines Aufsatzbeckens.

Die Armatur sollte im Hinblick auf die Größe natürlich optisch auf das etwas kleinere Waschbecken abgestimmt werden, damit die Proportionen harmonisch wirken. Eine moderne Einhebel-Armatur lässt sich ganz bequem nur mit einer Hand bedienen und mischt die Temperatur.

Das perfekte WC für kleine Badezimmer

In größeren Bädern werden Dusche, Badewanne, WC und Waschbecken oft einfach nebeneinander montiert. Das ist in kleinen Badezimmern jedoch kaum möglich. Doch keine Sorge – mit einer sogenannten Vorwandinstallation lässt sich das WC sogar in einer Ecke installieren. Dank spezieller und individuell gestaltbarer Eck-Montageelemente sieht diese Lösung auch optisch richtig klasse aus.

Komplette Badezimmerausstattung mit Raumspar-WC von Keramag iCon XS

Komplette Badezimmerausstattung mit Raumspar-WC von Keramag iCon XS

Mit Vorwandinstallationen ist eine völlig beliebige Anordnung der Sanitäranlagen möglich, da Wasserleitungen und Abflussrohre an der Zimmerwand befestigt und anschließend mit Gipskarton verkleidet werden. Zum Verlegen der Leitungen müssen also keine Wände geöffnet werden. Eine halbhohe Vorwand bietet zudem den großen Vorteil, dass der Vorsprung als zusätzliche Ablagemöglichkeit oder Stauraum dient. Dass durch die Vorwandmontage einige wenige Zentimeter Grundfläche verloren gehen, lässt sich zwar leider nicht verhindern, die Vorzüge dieser Gestaltungsmöglichkeit überwiegen aber ganz klar.

Die Badewanne richtig auswählen und platzieren

Eine Badewanne mit der Standardgröße 170 mal 75 Zentimeter nimmt in einem kleinen Badezimmer enorm viel Platz in Anspruch. Daher sollte am Anfang zunächst einmal überlegt werden, ob nicht auf das klassische Wannenbad verzichtet werden kann.

Heutzutage sind viele Duschen so luxuriös und mit vielen Extras ausgestattet, dass die Badewanne tatsächlich kaum vermisst wird. Wer sich dennoch gerne hin und wieder ein ausgiebiges Vollbad gönnen möchte, kann Dusche und Badewanne miteinander kombinieren, indem die Entscheidung für eine Badewanne mit Duschzone getroffen wird. Eine moderne Glas-Faltwand auf dem Wannenrand verhindert beim Duschen eine Überschwemmung auf dem Fußboden und sieht auch optisch viel hübscher aus als ein Duschvorhang. Wird die Glaswand nicht benötigt, wird sie platzsparend zusammengeklappt beziehungsweise gefaltet. Grundsätzlich sind in einem kleinen Bad immer Duschabtrennungen aus Klarglas zu empfehlen, da sie Transparenz garantieren, was den Raum größer und weiter erscheinen lässt.

Raumecken lassen sich mit Eckbadewannen sinnvoll ausnutzen, im spitzen Winkel entsteht zudem reichlich Ablagefläche. Eine weitere Möglichkeit sind asymmetrische Raumsparbadewannen, die zum Fußende hin schmaler werden. Die Breite reicht bei einer solchen Wanne meist von 70 bis 100 Zentimetern. Der große Vorteil: Mit ihrer schmalen Seite kann die Wanne neben der Badezimmertür montiert werden, so dass trotzdem noch ein ausreichend großer Durchgang bleibt.

Und dann gibt es da noch extra tiefe Badewannen, die meist nur maximal 160 Zentimeter lang sind, aber dafür eine Tiefe von 70 Zentimetern besitzen. Ideal für kleine Bäder und für alle, die ohnehin am liebsten im Sitzen baden.

Die Dusche: quadratisch, rechteckig oder als Viertelkreis?

Duschwannen mit einem blickdichten Duschvorhang, die in einen Sockel eingelassen wurden, wirken wuchtig und verkleinern optisch den Raum. Darum sollte die Dusche immer bodentief installiert werden und über eine transparente Duschkabine verfügen. Durch das Glas kann unser Auge das Bad mit Dusche als komplette Einheit wahrnehmen, wodurch die Proportionen großzügiger wirken.

Eine quadratische Duschwanne mit den Maßen 65 mal 65 oder 70 mal 70 Zentimeter muss nicht zwingend in einer Ecke, sondern kann auch seitlich an einer Wand montiert werden. Fünfeckige Duschwannen sind praktische Ecklösungen, genau wie eine Dusche in Form eines Viertelkreises. Diese bietet jedoch ein wenig mehr Standfläche. Ist das Bad besonders schmal, kann eine rechteckige Duschwanne die beste Lösung sein. Die schmalsten Ausführungen messen in der Regel nur 60 Zentimeter.

Und dann gibt es noch die Möglichkeit, auf eine Duschwanne komplett zu verzichten. In dem Fall wird der Duschboden mit den gleichen Fliesen versehen wie das restliche Bad, das Wasser fließt über einen bodentiefen Ablauf oder über eine Duschrinne ab. Eine Duschabtrennung, die sich platzsparend wegschwenken lässt, sorgt für noch mehr Bewegungsfreiheit.

Ausreichend Stauraum für Handtücher, Seife und Co.

Auch in einem kleinen Badezimmer wollen viele Utensilien untergebracht werden. Handtücher, Körperpflegeprodukte und Putzmittel benötigen einen festen Platz, damit der Raum stets aufgeräumt und ordentlich aussieht.

Waschtischunterschrank

Ungemein praktisch und quasi unverzichtbar in einem kleinen Badezimmer ist der Waschtischunterschrank. Seine Breite sollte sich für einen perfekten Gesamteindruck stets an den Maßen des Waschbeckens orientieren.

Waschbeckenunterschränke werden sowohl in der stehenden als auch in der hängenden Variante angeboten. Sofern die Beschaffenheit der Wand eine Hängemontage erlaubt, ist diese Möglichkeit in kleinen Bädern immer platzsparender. Sehr elegant wirken beispielsweise Modelle mit spiegelnden Hochglanzfronten, die das Badezimmer als positiven Nebeneffekt optisch vergrößern.

Offene Regale oder geschlossene Schränke?

Ein filigranes offenes Regal kann im Badezimmer sehr apart aussehen: vorausgesetzt, es wird nicht mit zahllosen Kleinteilen überladen. Sehr viele offen arrangierte Elemente wirken in einem kleinen Raum nämlich schnell chaotisch und beeinträchtigen die Optik.

Badezimmereinrichtung mit Möbeln aus der Design-Serie Duravit L-Cube

Offenes Badezimmer-Regal aus der Design-Serie Duravit L-Cube

Wer im Bad also viel Kleinkram lagert, ist mit einem schmalen Schränkchen mit Türen und Schubladen besser beraten. Sehr praktisch sind übrigens auch kleine Rollcontainer. Sind sie im Weg, können sie mühelos beiseite geschoben werden. Manche Rollcontainer sind sogar mit einer integrierten Sitzfläche ausgestattet und fungieren sowohl als Stauraum als auch als Hocker.

Badezimmereinrichtung mit Möbeln aus der Design-Serie Duravit Happy D.2

Badezimmereinrichtung mit Möbeln aus der Serie Duravit Happy D.2

Im Badezimmer sind trotz sorgfältigster Planung nach der Einrichtung kleine Nischen vorhanden, in die kein handelsüblicher Schrank passt? Dann kann es vielleicht sinnvoll sein, vom Schreiner eine maßgeschneiderte Lösung anfertigen zu lassen. Über die Jahre gesehen lohnt sich die kleine Investition, denn sie schafft zusätzlichen wertvollen Stauraum.

Ein kleines Badezimmer dekorieren: lieber dezent als übertrieben

Hier ein Körbchen mit Muscheln aus dem letzten Urlaub, da eine Schale mit quietschbunten Plastikfischen und an der Wand jede Menge kitschige Poster mit Sonnenuntergängen im XXL-Format – zu viel Deko kann den Betrachter förmlich erschlagen.

Stilvolle Accessoires für kleine Badezimmer von Keuco Edition 400

Stilvolle Accessoires für kleine Badezimmer von Keuco Edition 400

Darum sind einige wenige Deko-Gegenstände, die dem Bad Atmosphäre und Individualität verleihen, viel sinnvoller. Außerdem sollte sich die Dekoration an einem bestimmten Thema orientieren. Ob maritim, im Flower-Power-Style oder orientalisch, hängt selbstverständlich vom persönlichen Geschmack ab. Wichtig ist auch, dass die Dekoration nicht kunterbunt ist, sondern sich möglichst an ein Farbschema hält, so dass auf diese Weise einzelne raffinierte Akzente gesetzt werden.

Wer ein besonders ruhiges und entspanntes Flair erzielen möchte, dekoriert sein Badezimmer nach den Lehren der Zen-Philosophie. Eine schlichte Vase mit einer Orchidee und ein paar Grashalmen, kleine gerahmte Bilder mit geschliffenen Steinen und Wassertropfen, eine naturbelassene Holzschale: Schon wirkt das Badezimmer viel harmonischer und erholsamer.

Naturverbundene Menschen setzen auf zwei, drei hübsche Holz- oder Weidenkörbe und befüllen sie mit gerollten Handtüchern. Eine Grünpflanze sorgt für einen natürlichen Farbkontrast und kann je nach Art sogar die Raumluft verbessern. Ein gutes Beispiel ist die Grünlilie: Sie verträgt hohe Luftfeuchtigkeit und Wärme und bewies bereits in Studien, dass sie die Luft reinigt.

Wer den Vintage-Stil liebt, greift dagegen einfach zu einigen Accessoires im „Old-fashioned-Look“. Das kann ein alter Handtuchhalter vom Flohmarkt sein, aber auch ein nostalgischer Barbier-Spiegel oder ein Retro-Seifenspender.

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